Genf ist der universitäre Anker der Westschweizer Ketamintherapie: Die Hôpitaux Universitaires de Genève stehen auf der BAG-Liste der bezeichneten Spravato-Zentren, und im Programm zur beschränkten medizinischen Anwendung führt unser Verzeichnis im Kanton Genf mehr Einträge als irgendwo sonst in der Romandie. Diese Seite ordnet die Genfer Optionen, nennt die Zugangswege und die Preislogik — auf Deutsch, denn die Schweizer Regeln sind in allen Landesteilen dieselben; die Behandlung selbst läuft in Genf auf Französisch. Die Grundlagen der Schweizer Regelung erklärt der Überblick Ketamintherapie in der Schweiz; alle Einträge der Stadt mit Adressen und Quellen stehen auf der Genf-Seite des Verzeichnisses.
Das Wichtigste in Kürze Die Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG) sind mit ihrer Unité humeur-anxiété das bezeichnete Spravato-Zentrum Genfs; der Weg dorthin führt über die fachärztliche Zuweisung mit dokumentierter Behandlungsvorgeschichte. Die Grundversicherung zahlt Spravato nur innerhalb der Limitatio und nach vorgängiger Kostengutsprache des Vertrauensarztes. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Genf derzeit nicht; die Schweizer Spanne für private Infusionen liegt bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung. Ob der Kassenweg für Sie infrage kommt, klärt als erster Schritt der Eignungscheck.
Die HUG: der Universitätsweg
Die Hôpitaux Universitaires de Genève sind eines der grossen Universitätsspitäler der Schweiz — und das bezeichnete Spravato-Zentrum der Stadt: Ihre Unité humeur-anxiété (UHA) im Département de psychiatrie steht auf der Liste des Bundesamts für Gesundheit, die festlegt, an welchen Zentren das S-Ketamin-Nasenspray zulasten der Grundversicherung eingesetzt werden darf. Der Weg dorthin ist der Schweizer Standardweg: eine fachärztliche Zuweisung, deren Dossier die Hauptarbeit leistet — die bisherigen Behandlungsversuche der aktuellen Episode, mit Substanz, Dauer und Höchstdosis der Medikation und dem jeweiligen Ergebnis. Die Behandlung und die Kommunikation laufen auf Französisch; das Dossier Ihrer zuweisenden Praxis kann auch aus einem deutschsprachigen Kanton kommen.
Preise für Behandlungen ausserhalb des Kassenwegs veröffentlichen die HUG nicht; fragen Sie Kosten und Kostenübernahme bei der Anmeldung schriftlich an. Und ganz praktisch: Planen Sie den Tag, nicht die Sitzung — bis zum Folgetag nach erholsamem Schlaf dürfen Sie nicht Auto fahren.
Zugang und Bezahlung: die Schweizer Logik
Für die Spravato-Erstattung über die Grundversicherung (OKP) gilt schweizweit die Limitatio: Alter 18–74 mit einer schweren therapieresistenten Episode, Versagen von mindestens zwei Antidepressiva plus einem Augmentationsversuch in ausreichender Dosis und Dauer, ein Schweregrad von CGI-S 5 oder höher, und Elektrokonvulsionstherapie derzeit nicht indiziert, abgelehnt oder nicht zugänglich. Behandelt wird nur an den 52 vom BAG bezeichneten Zentren, das Zentrum holt vor der ersten Dosis die Kostengutsprache beim Vertrauensarzt Ihres Versicherers ein, und die Kostenübernahme läuft maximal 10 Monate, höchstens zweimal um 3 Monate verlängerbar. Alles beginnt bei Ihrer Fachärztin oder Ihrem Facharzt: Ohne psychiatrische Überweisung mit vollständiger Medikationshistorie geht in diesem System nichts. Die Details — samt der Einzelfallerstattung nach Art. 71a–d KVV als Rückfalloption — stehen im Schweiz-Zugangsleitfaden und im Erstattungsleitfaden Schweiz.
Racemische Ketamin-Infusionen sind dagegen off-label und in der Regel selbst zu zahlen — die Schweizer Spanne liegt bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Genf derzeit nicht; dokumentierte private Ketamin-Programme unseres Verzeichnisses liegen in der Deutschschweiz, etwa das KetaminTherapieZentrum der Schmerzmedizin Luzern. Woran Sie einen sorgfältigen Anbieter erkennen: Wie finde ich eine seriöse Ketaminklinik?
Psilocybin, LSD und MDMA: das dichteste Netz der Romandie
Über Ausnahmebewilligungen nach Artikel 8 des Betäubungsmittelgesetzes dürfen einzeln bewilligte Psychiaterinnen und Psychiater namentlich benannte Patientinnen und Patienten mit Psilocybin, LSD oder MDMA behandeln, wenn Standardtherapien versagt haben — schweizweit rund 100 Ärztinnen und Ärzte mit 723 Behandelten im Jahr 2024. Genf ist dabei der stärkste Standort der Westschweiz: Unser Verzeichnis führt rund 15 Einträge im Kanton — in der Stadt sowie in Carouge und Lancy —, mehrere davon an den HUG selbst, darunter Louise Penzenstadler, Michel Sabé und Gabriel Thorens. Zur Einordnung: Individuelle Behandlungsbewilligungen erteilt das BAG pro Patientin bzw. Patient und sie sind nicht öffentlich — unsere Einträge stützen sich auf die SÄPT-Weiterbildung/-Mitgliedschaft sowie eine verifizierte ärztliche Zulassung (MedReg). Der Weg läuft über die Ärztin oder den Arzt, nicht über das BAG, die Behandlung ist in der Regel selbst zu zahlen, und Wartelisten erfahrener Praxen umfassen viele Monate. Wie das Programm funktioniert, erklärt der Schweiz-Zugangsleitfaden.
Für französischsprachige Leserinnen und Leser
Die Behandlung in Genf läuft auf Französisch — die Regeln aber sind die Schweizer Regeln dieser Seite, nicht die französischen. Wer aus dem benachbarten Frankreich auf diese Seite gestossen ist, sollte wissen: Das französische System funktioniert grundlegend anders (kein Privatklinik-Markt, Esketamin über die CHU-Programme, ein enges Compassionate-Use-Fenster für IV-Ketamin). Unsere drei französischsprachigen Leitfäden erklären es — Où trouver un traitement à la kétamine en France ?, Spravato : prix et remboursement und Eskétamine : le remboursement en France. Eine Behandlung an den HUG als französischer Grenzgänger ist dagegen eine Versicherungsfrage, die Sie vor der Anmeldung mit Ihrer Kasse klären sollten.
So gehen Sie in Genf vor
- Behandlungsvorgeschichte aufschreiben — jedes Medikament der aktuellen Episode mit Substanz, Dauer, Höchstdosis und Ergebnis; dieses Dossier verlangen die Zuweisung und das Kostengutsprachegesuch.
- Fachärztin oder Facharzt einbinden — die Zuweisung an die HUG kommt von Ihrer psychiatrischen Praxis; erfüllen Sie die Limitatio, ist das der erstattete Einstieg, und der Eignungscheck gibt eine erste Einschätzung.
- Kostengutsprache abwarten — bei Spravato muss die Bewilligung des Vertrauensarztes vor der ersten Dosis vorliegen; planen Sie einige Wochen ein und lassen Sie sich die Kostenübernahme schriftlich bestätigen.
- Privat nur mit schriftlicher Gesamtkostenaufstellung — inklusive Erstgespräch, Überwachung, Integration und Erhaltungsbehandlung; die Prüfliste: Wie finde ich eine seriöse Ketaminklinik?
Häufige Fragen
Wo gibt es Ketamintherapie in Genf?
An den HUG: Die Unité humeur-anxiété im Département de psychiatrie ist das bezeichnete Spravato-Zentrum der Stadt. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Genf derzeit nicht; alle Einträge mit Kontakten: Genf-Seite des Verzeichnisses.
Zahlt die Krankenkasse Ketamintherapie in Genf?
Spravato: ja, über die Grundversicherung — aber nur innerhalb der Limitatio, nur an bezeichneten Zentren, nach vorgängiger Kostengutsprache und für maximal 10 Monate, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Racemisches Ketamin ist off-label; private Infusionen liegen in der Schweiz bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung und sind in der Regel Selbstzahlerleistungen. Details: Erstattungsleitfaden Schweiz.
Läuft die Behandlung an den HUG auf Deutsch?
Die HUG arbeiten auf Französisch. Das Schweizer System selbst ist aber sprachneutral: Limitatio, Kostengutsprache und Zentrumsliste gelten in allen Landesteilen gleich, und Ihre zuweisende Praxis kann aus jedem Kanton kommen. Deutschsprachige Alternativen mit denselben Regeln ordnen die Stadtseiten Zürich, Basel und Bern.
Gibt es Psilocybin-Therapie in Genf?
Ja, im Schweizer Programm zur beschränkten medizinischen Anwendung: Einzeln bewilligte Psychiaterinnen und Psychiater behandeln namentlich benannte Patientinnen und Patienten mit Psilocybin, LSD oder MDMA, wenn Standardtherapien versagt haben. Unser Verzeichnis führt rund 15 Einträge im Kanton Genf, mehrere davon an den HUG; der Zugang läuft über die Behandlerinnen und Behandler, meist selbst gezahlt. Details: Schweiz-Zugangsleitfaden.
Quellen
- HUG: Unité humeur-anxiété — Spécialités psychiatriques
- BAG: Liste der Zentren gemäß der Limitierung von Spravato (01.10.2025)
- BAG: Spravato-Neuaufnahme in die Spezialitätenliste (01.10.2025, befristet)
- Vertrauensärzte: Standardformular Kostengutsprache Spravato
- BAG: Beschränkte medizinische Anwendung von verbotenen Betäubungsmitteln
- SÄPT: Liste der PAT-Therapeutinnen und -Therapeuten (Stand 08.07.2026)
Dieser Leitfaden dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Empfehlung einer Behandlung. Limitatio, Zentrumslisten und Preise ändern sich; lassen Sie sich Kosten und Kostengutsprachen schriftlich bestätigen und besprechen Sie Ihre Optionen mit einer approbierten Ärztin oder einem approbierten Arzt, die Ihre Vorgeschichte kennen. In einer akuten Krise wenden Sie sich sofort an den örtlichen Notruf oder einen Krisendienst.
Dieser Leitfaden wartet auf die Prüfung durch eine approbierte Ärztin oder einen approbierten Arzt.