SwitzerlandAktualisiert am 4 September 20266 min read

Ketamintherapie in Basel: UPK, Kostengutsprache und Studien 2026

Verfasst von der Redaktion · gegen Primärquellen gefaktencheckt.

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  1. Die UPK Basel: der Universitätsweg
  2. Zugang und Bezahlung: die Schweizer Logik
  3. Weitere bezeichnete Zentren der Region
  4. Studien: Basel als Forschungsstandort
  5. Psilocybin, LSD und MDMA: der Basler Teil des Programms
  6. So gehen Sie in Basel vor
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Basel ist der zweite Schwerpunkt der Schweizer Ketamintherapie — und der wohl wichtigste europäische Forschungsstandort für Psychedelika. Hier bündeln sich die Universitätsklinik als Anlaufstelle für ambulantes Ketamin, die BAG-Zentren der Region, die Studienlandschaft des Universitätsspitals und ein dichtes Netz bewilligungserfahrener Behandlerinnen und Behandler im Programm zur beschränkten medizinischen Anwendung. Diese Seite ordnet die Basler Optionen, nennt die Zugangswege und die Preislogik. Die Grundlagen der Schweizer Regelung erklärt der Überblick Ketamintherapie in der Schweiz; alle Einträge der Stadt mit Adressen und Quellen stehen auf der Basel-Seite des Verzeichnisses.

Das Wichtigste in Kürze Die Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel bieten im Zentrum für Affektive, Stress- und Schlafstörungen (ZASS) ambulante Ketamintherapie an und stehen zugleich auf der BAG-Liste der bezeichneten Spravato-Zentren. Die Zuweisung läuft über Fachärztinnen und Fachärzte an zass@upk.ch oder über das Sekretariat. Die Grundversicherung zahlt Spravato nur innerhalb der Limitatio und nach vorgängiger Kostengutsprache; eigene Preise veröffentlichen die UPK nicht. Ob der Kassenweg für Sie infrage kommt, klärt als erster Schritt der Eignungscheck.

Die UPK Basel: der Universitätsweg

Das Zentrum für Affektive, Stress- und Schlafstörungen (ZASS) der UPK — das universitäre Kompetenzzentrum für Depressionen, bipolare und verwandte Erkrankungen — führt in seiner Ambulanz für affektive Erkrankungen und interventionelle Psychiatrie die ambulante Ketamintherapie durch, neben Indikationsabklärungen für spezialisierte Verfahren und der Elektrokonvulsionstherapie, die ambulant und stationär angeboten wird. Geleitet wird das Zentrum von Prof. Dr. med. Annette Brühl, mit Dr. med. Jan Sarlon als Oberarzt.

Der Weg dorthin: Die Zuweisung für die Ketamintherapie kommt von Fachärztinnen und Fachärzten — per E-Mail an zass@upk.ch oder über das Sekretariat. Wie überall im Schweizer System leistet das Zuweisungsdossier die Hauptarbeit: die bisherigen Behandlungsversuche der aktuellen Episode, mit Art, Dauer und Höchstdosis der Medikation.

Preise veröffentlichen die UPK für die Ketamin-Behandlung nicht — auch keine Angaben zur Kostenübernahme auf der Angebotsseite. Fragen Sie beides bei der Anmeldung schriftlich an.

Und ganz praktisch: Planen Sie den Tag, nicht die Sitzung. Bis zum Folgetag nach erholsamem Schlaf dürfen Sie nicht Auto fahren — planen Sie eine Heimfahrt ein.

Zugang und Bezahlung: die Schweizer Logik

Für die Spravato-Erstattung über die Grundversicherung (OKP) gilt schweizweit die Limitatio: Alter 18–74 mit einer schweren therapieresistenten Episode, Versagen von mindestens zwei Antidepressiva plus einem Augmentationsversuch in ausreichender Dosis und Dauer, ein Schweregrad von CGI-S 5 oder höher, und Elektrokonvulsionstherapie derzeit nicht indiziert, abgelehnt oder nicht zugänglich. Behandelt wird nur an den 52 vom BAG bezeichneten Zentren, das Zentrum holt vor der ersten Dosis die Kostengutsprache beim Vertrauensarzt Ihres Versicherers ein, und die Kostenübernahme läuft maximal 10 Monate, höchstens zweimal um 3 Monate verlängerbar. Alles beginnt bei Ihrer Fachärztin oder Ihrem Facharzt: Ohne psychiatrische Überweisung mit vollständiger Medikationshistorie geht in diesem System nichts. Die Details — samt der Einzelfallerstattung nach Art. 71a–d KVV als Rückfalloption — stehen im Schweiz-Zugangsleitfaden und im Erstattungsleitfaden Schweiz.

Racemische Ketamin-Infusionen sind dagegen off-label und in der Regel selbst zu zahlen — die Schweizer Spanne liegt bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Basel derzeit nicht; dokumentierte Ketamin-Programme außerhalb der Region sind das KetaminTherapieZentrum der Schmerzmedizin Luzern und die Privatklinik Meiringen — keiner dieser Anbieter veröffentlicht Preise.

Weitere bezeichnete Zentren der Region

Neben den UPK stehen mehrere Einrichtungen der Region auf der BAG-Liste der bezeichneten Spravato-Zentren:

Für alle gilt dieselbe Logik: Zugang über die fachärztliche Überweisung, Erstattung über die OKP nur innerhalb der Limitatio und nach Kostengutsprache. Woran Sie einen sorgfältigen Anbieter erkennen: Wie finde ich eine seriöse Ketaminklinik?

Studien: Basel als Forschungsstandort

Basel gehört zu den aktivsten europäischen Studienstandorten für Psychedelika. Das Universitätsspital Basel ist als rekrutierendes Zentrum für mehrere Studien gelistet — darunter zu LSD und zu 5-MeO-DMT —, weitere laufen über die Klinische Pharmakologie und Toxikologie und die Universitären Psychiatrischen Kliniken (dort etwa zu Alkoholabhängigkeit). Teilnahme ist kostenfrei und legal, das Screening streng; wie sie funktioniert, erklärt der Studien-Leitfaden.

Psilocybin, LSD und MDMA: der Basler Teil des Programms

Über Ausnahmebewilligungen nach Artikel 8 des Betäubungsmittelgesetzes dürfen einzeln bewilligte Psychiaterinnen und Psychiater namentlich benannte Patientinnen und Patienten mit Psilocybin, LSD oder MDMA behandeln, wenn Standardtherapien versagt haben — schweizweit rund 100 Ärztinnen und Ärzte mit 723 Behandelten im Jahr 2024. Unser Verzeichnis führt rund ein Dutzend Einträge in Basel und dem Baselbiet, mehrere davon an den UPK — darunter Dr. Felix Müller, der zugleich als verantwortlicher Prüfer einer Basler Studie zu Alkoholabhängigkeit gelistet ist. Zur Einordnung: Individuelle Behandlungsbewilligungen erteilt das BAG pro Patientin bzw. Patient und sie sind nicht öffentlich — unsere Einträge stützen sich auf die SÄPT-Weiterbildung/-Mitgliedschaft sowie eine verifizierte ärztliche Zulassung (MedReg). Der Weg läuft über die Ärztin oder den Arzt, nicht über das BAG, die Behandlung ist in der Regel selbst zu zahlen, und Wartelisten erfahrener Praxen umfassen viele Monate. Wie das Programm funktioniert, erklärt der Schweiz-Zugangsleitfaden.

So gehen Sie in Basel vor

  1. Behandlungsvorgeschichte aufschreiben — jedes Medikament der aktuellen Episode mit Art, Dauer, Höchstdosis und Ergebnis; dieses Dossier verlangen die ZASS-Zuweisung und das Kostengutsprachegesuch.
  2. Fachärztin oder Facharzt einbinden — die Zuweisung an die UPK oder ein anderes bezeichnetes Zentrum kommt von Ihrer psychiatrischen Praxis; erfüllen Sie die Limitatio, ist das der erstattete Einstieg, und der Eignungscheck gibt eine erste Einschätzung.
  3. Kostengutsprache abwarten — bei Spravato muss die Bewilligung des Vertrauensarztes vor der ersten Dosis vorliegen; planen Sie einige Wochen ein und lassen Sie sich die Kostenübernahme schriftlich bestätigen.
  4. Privat nur mit schriftlicher Gesamtkostenaufstellung — inklusive Erstgespräch, Überwachung, Integration und Erhaltungsbehandlung; die Prüfliste: Wie finde ich eine seriöse Ketaminklinik?

Häufige Fragen

Wo gibt es Ketamintherapie in Basel?

An den UPK Basel: Das ZASS bietet ambulante Ketamintherapie an, und die UPK stehen auf der BAG-Liste der bezeichneten Spravato-Zentren. In der Region kommen die Psychiatrie Baselland (Liestal), die Klinik Arlesheim und die Klinik Schützen Rheinfelden hinzu; alle Einträge mit Kontakten: Basel-Seite des Verzeichnisses.

Zahlt die Krankenkasse Ketamintherapie in Basel?

Spravato: ja, über die Grundversicherung — aber nur innerhalb der Limitatio, nur an bezeichneten Zentren, nach vorgängiger Kostengutsprache und für maximal 10 Monate, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Racemisches Ketamin ist off-label; private Infusionen liegen in der Schweiz bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung und sind in der Regel Selbstzahlerleistungen.

Wie komme ich an die UPK?

Über eine fachärztliche Zuweisung an das ZASS — per E-Mail an zass@upk.ch oder über das Sekretariat, mit einem Zuweisungsschreiben, das die bisherigen Behandlungsversuche einschließlich Art, Dauer und Höchstdosis der Medikation auflistet.

Was kostet die private Behandlung in Basel?

Die UPK veröffentlichen keine Ketamin-Preise. Als Orientierung gilt die Schweizer Spanne von etwa 300–500 CHF pro privater Infusionssitzung; verlangen Sie vor Behandlungsbeginn eine schriftliche Gesamtkostenaufstellung. Die vollständige Preislogik: Erstattungsleitfaden Schweiz.

Gibt es Psilocybin-Therapie in Basel?

Ja, auf zwei Wegen: in klinischen Studien des Universitätsspitals und der UPK — und im Schweizer Programm zur beschränkten medizinischen Anwendung, in dem einzeln bewilligte Psychiaterinnen und Psychiater namentlich benannte Patientinnen und Patienten behandeln, wenn Standardtherapien versagt haben. Unser Verzeichnis führt rund ein Dutzend Einträge in der Region; der Zugang läuft über die Behandlerinnen und Behandler, meist selbst gezahlt. Details: Schweiz-Zugangsleitfaden.

Quellen

  1. UPK Basel: Zentrum für Affektive, Stress- und Schlafstörungen (ZASS) — Ambulanz für affektive Erkrankungen und interventionelle Psychiatrie
  2. BAG: Liste der Zentren gemäß der Limitierung von Spravato (01.10.2025)
  3. BAG: Spravato-Neuaufnahme in die Spezialitätenliste (01.10.2025, befristet)
  4. Vertrauensärzte: Standardformular Kostengutsprache Spravato
  5. BAG: Beschränkte medizinische Anwendung von verbotenen Betäubungsmitteln
  6. SÄPT: Liste der PAT-Therapeutinnen und -Therapeuten (Stand 08.07.2026)
  7. ClinicalTrials.gov: rekrutierende Studien am Universitätsspital Basel (u. a. NCT06789705)

Dieser Leitfaden dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Empfehlung einer Behandlung. Limitatio, Zentrumslisten und Preise ändern sich; lassen Sie sich Kosten und Kostengutsprachen schriftlich bestätigen und besprechen Sie Ihre Optionen mit einer approbierten Ärztin oder einem approbierten Arzt, die Ihre Vorgeschichte kennen. In einer akuten Krise wenden Sie sich sofort an den örtlichen Notruf oder einen Krisendienst.

Dieser Leitfaden wartet auf die Prüfung durch eine approbierte Ärztin oder einen approbierten Arzt.

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