SwitzerlandAktualisiert am 3 September 20266 min read

Ketamintherapie in Bern: UPD, Kostengutsprache und Studien 2026

Verfasst von der Redaktion · gegen Primärquellen gefaktencheckt.

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  1. Die UPD Bern: der Universitätsweg
  2. Zugang und Bezahlung: die Schweizer Logik
  3. Die Region: Münsingen
  4. Studien: Berns LSD-Forschung zu Alkoholabhängigkeit
  5. Psilocybin, LSD und MDMA: der Berner Teil des Programms
  6. So gehen Sie in Bern vor
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen

Bern ist im Schweizer System der Ketamintherapie der Universitätsstandort der Hauptstadtregion: Die Universitären Psychiatrischen Dienste stehen auf der BAG-Liste der bezeichneten Spravato-Zentren, in Münsingen liegt ein zweites bezeichnetes Zentrum vor der Stadt, die Universitätsklinik für Psychiatrie forscht zu LSD bei Alkoholabhängigkeit, und im Programm zur beschränkten medizinischen Anwendung führt unser Verzeichnis mehrere Berner Einträge. Diese Seite ordnet die Berner Optionen, nennt die Zugangswege und die Preislogik. Die Grundlagen der Schweizer Regelung erklärt der Überblick Ketamintherapie in der Schweiz; alle Einträge der Stadt mit Adressen und Quellen stehen auf der Bern-Seite des Verzeichnisses.

Das Wichtigste in Kürze Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) stehen auf der BAG-Liste der bezeichneten Spravato-Zentren; der Weg dorthin führt über die fachärztliche Zuweisung mit dokumentierter Behandlungsvorgeschichte. Die Grundversicherung zahlt Spravato nur innerhalb der Limitatio und nach vorgängiger Kostengutsprache des Vertrauensarztes. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Bern derzeit nicht; die Schweizer Spanne für private Infusionen liegt bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung. Ob der Kassenweg für Sie infrage kommt, klärt als erster Schritt der Eignungscheck.

Die UPD Bern: der Universitätsweg

Die Universitären Psychiatrischen Dienste sind die universitäre psychiatrische Versorgung der Hauptstadtregion — und das bezeichnete Spravato-Zentrum der Stadt: Sie stehen auf der Liste des Bundesamts für Gesundheit, die festlegt, an welchen Zentren das S-Ketamin-Nasenspray zulasten der Grundversicherung eingesetzt werden darf. Der Weg dorthin ist der Schweizer Standardweg: eine fachärztliche Zuweisung, deren Dossier die Hauptarbeit leistet — die bisherigen Behandlungsversuche der aktuellen Episode, mit Substanz, Dauer und Höchstdosis der Medikation und dem jeweiligen Ergebnis.

Preise für Ketamin-Behandlungen ausserhalb des Kassenwegs veröffentlichen die UPD nicht; fragen Sie Kosten und Kostenübernahme bei der Anmeldung schriftlich an. Und ganz praktisch: Planen Sie den Tag, nicht die Sitzung — bis zum Folgetag nach erholsamem Schlaf dürfen Sie nicht Auto fahren.

Zugang und Bezahlung: die Schweizer Logik

Für die Spravato-Erstattung über die Grundversicherung (OKP) gilt schweizweit die Limitatio: Alter 18–74 mit einer schweren therapieresistenten Episode, Versagen von mindestens zwei Antidepressiva plus einem Augmentationsversuch in ausreichender Dosis und Dauer, ein Schweregrad von CGI-S 5 oder höher, und Elektrokonvulsionstherapie derzeit nicht indiziert, abgelehnt oder nicht zugänglich. Behandelt wird nur an den 52 vom BAG bezeichneten Zentren, das Zentrum holt vor der ersten Dosis die Kostengutsprache beim Vertrauensarzt Ihres Versicherers ein, und die Kostenübernahme läuft maximal 10 Monate, höchstens zweimal um 3 Monate verlängerbar. Alles beginnt bei Ihrer Fachärztin oder Ihrem Facharzt: Ohne psychiatrische Überweisung mit vollständiger Medikationshistorie geht in diesem System nichts. Die Details — samt der Einzelfallerstattung nach Art. 71a–d KVV als Rückfalloption — stehen im Schweiz-Zugangsleitfaden und im Erstattungsleitfaden Schweiz.

Racemische Ketamin-Infusionen sind dagegen off-label und in der Regel selbst zu zahlen — die Schweizer Spanne liegt bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Bern derzeit nicht; dokumentierte Ketamin-Programme in erreichbarer Nähe sind das KetaminTherapieZentrum der Schmerzmedizin Luzern und die Privatklinik Meiringen im Berner Oberland — keiner dieser Anbieter veröffentlicht Preise. Woran Sie einen sorgfältigen Anbieter erkennen: Wie finde ich eine seriöse Ketaminklinik?

Die Region: Münsingen

Neben den UPD steht in der Region ein zweites bezeichnetes Zentrum auf der BAG-Liste: das Psychiatriezentrum Münsingen, rund 20 Bahnminuten südlich von Bern — eine der grossen kantonalen psychiatrischen Einrichtungen. Es gilt dieselbe Logik: Zugang über die fachärztliche Überweisung, Erstattung über die OKP nur innerhalb der Limitatio und nach Kostengutsprache.

Studien: Berns LSD-Forschung zu Alkoholabhängigkeit

Bern hat in der Schweizer Psychedelika-Forschung ein eigenes Profil: Die Universitätsklinik für Psychiatrie der Universität Bern ist als rekrutierendes Zentrum für eine Studie zu LSD-Behandlung bei Alkoholabhängigkeit gelistet (NCT05474989). Teilnahme ist kostenfrei und legal, das Screening streng; wie Studien funktionieren, erklärt der Studien-Leitfaden — und wo Psychedelika in der Suchtmedizin insgesamt stehen, ordnet ehrlich unser Überblick Sucht: evidenzbasierte Optionen.

Psilocybin, LSD und MDMA: der Berner Teil des Programms

Über Ausnahmebewilligungen nach Artikel 8 des Betäubungsmittelgesetzes dürfen einzeln bewilligte Psychiaterinnen und Psychiater namentlich benannte Patientinnen und Patienten mit Psilocybin, LSD oder MDMA behandeln, wenn Standardtherapien versagt haben — schweizweit rund 100 Ärztinnen und Ärzte mit 723 Behandelten im Jahr 2024. Unser Verzeichnis führt in Bern mehrere Einträge, darunter Arne Jungnickel (Cognium GmbH), Anja Sauser (Praxis am Hirschengraben) und Jadwiga Zawadynska Thomann. Zur Einordnung: Individuelle Behandlungsbewilligungen erteilt das BAG pro Patientin bzw. Patient und sie sind nicht öffentlich — unsere Einträge stützen sich auf die SÄPT-Weiterbildung/-Mitgliedschaft sowie eine verifizierte ärztliche Zulassung (MedReg). Der Weg läuft über die Ärztin oder den Arzt, nicht über das BAG, die Behandlung ist in der Regel selbst zu zahlen, und Wartelisten erfahrener Praxen umfassen viele Monate. Wie das Programm funktioniert, erklärt der Schweiz-Zugangsleitfaden.

So gehen Sie in Bern vor

  1. Behandlungsvorgeschichte aufschreiben — jedes Medikament der aktuellen Episode mit Substanz, Dauer, Höchstdosis und Ergebnis; dieses Dossier verlangen die Zuweisung und das Kostengutsprachegesuch.
  2. Fachärztin oder Facharzt einbinden — die Zuweisung an die UPD oder das Psychiatriezentrum Münsingen kommt von Ihrer psychiatrischen Praxis; erfüllen Sie die Limitatio, ist das der erstattete Einstieg, und der Eignungscheck gibt eine erste Einschätzung.
  3. Kostengutsprache abwarten — bei Spravato muss die Bewilligung des Vertrauensarztes vor der ersten Dosis vorliegen; planen Sie einige Wochen ein und lassen Sie sich die Kostenübernahme schriftlich bestätigen.
  4. Privat nur mit schriftlicher Gesamtkostenaufstellung — inklusive Erstgespräch, Überwachung, Integration und Erhaltungsbehandlung; die Prüfliste: Wie finde ich eine seriöse Ketaminklinik?

Häufige Fragen

Wo gibt es Ketamintherapie in Bern?

An den UPD Bern, dem bezeichneten Spravato-Zentrum der Stadt, mit dem Psychiatriezentrum Münsingen als zweitem bezeichneten Zentrum der Region. Eine dedizierte private Infusionsklinik führt unser Verzeichnis in Bern derzeit nicht; alle Einträge mit Kontakten: Bern-Seite des Verzeichnisses.

Zahlt die Krankenkasse Ketamintherapie in Bern?

Spravato: ja, über die Grundversicherung — aber nur innerhalb der Limitatio, nur an bezeichneten Zentren, nach vorgängiger Kostengutsprache und für maximal 10 Monate, abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Racemisches Ketamin ist off-label; private Infusionen liegen in der Schweiz bei etwa 300–500 CHF pro Sitzung und sind in der Regel Selbstzahlerleistungen. Details: Erstattungsleitfaden Schweiz.

Wie komme ich an die UPD?

Über eine fachärztliche Zuweisung Ihrer psychiatrischen Praxis — mit einem Zuweisungsschreiben, das die bisherigen Behandlungsversuche einschliesslich Substanz, Dauer und Höchstdosis der Medikation auflistet. Ohne dieses Dossier startet weder die Indikationsprüfung noch das Kostengutsprachegesuch.

Gibt es Psilocybin-Therapie in Bern?

Ja, auf zwei Wegen: in der Forschung — die Universitätsklinik für Psychiatrie rekrutiert derzeit für LSD bei Alkoholabhängigkeit, weitere Psychedelika-Studien laufen in Basel und Zürich — und im Schweizer Programm zur beschränkten medizinischen Anwendung, in dem einzeln bewilligte Psychiaterinnen und Psychiater namentlich benannte Patientinnen und Patienten behandeln, wenn Standardtherapien versagt haben. Unser Verzeichnis führt mehrere Berner Einträge; der Zugang läuft über die Behandlerinnen und Behandler, meist selbst gezahlt. Details: Schweiz-Zugangsleitfaden.

Quellen

  1. BAG: Liste der Zentren gemäß der Limitierung von Spravato (01.10.2025)
  2. BAG: Spravato-Neuaufnahme in die Spezialitätenliste (01.10.2025, befristet)
  3. Vertrauensärzte: Standardformular Kostengutsprache Spravato
  4. UPD Bern — Universitäre Psychiatrische Dienste
  5. ClinicalTrials.gov: NCT05474989 — LSD Treatment for Persons With Alcohol Use Disorder (Universitätsklinik für Psychiatrie Bern)
  6. BAG: Beschränkte medizinische Anwendung von verbotenen Betäubungsmitteln
  7. SÄPT: Liste der PAT-Therapeutinnen und -Therapeuten (Stand 08.07.2026)

Dieser Leitfaden dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Empfehlung einer Behandlung. Limitatio, Zentrumslisten und Preise ändern sich; lassen Sie sich Kosten und Kostengutsprachen schriftlich bestätigen und besprechen Sie Ihre Optionen mit einer approbierten Ärztin oder einem approbierten Arzt, die Ihre Vorgeschichte kennen. In einer akuten Krise wenden Sie sich sofort an den örtlichen Notruf oder einen Krisendienst.

Dieser Leitfaden wartet auf die Prüfung durch eine approbierte Ärztin oder einen approbierten Arzt.

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