AustriaAktualisiert am 11 Juli 20264 min read

Wird Spravato in Österreich erstattet? Die Einzelfall-Realität (2026)

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  1. Was übernommen wird
  2. Wer die Kriterien erfüllt
  3. Wer entscheidet und wie Sie vorgehen
  4. Was Sie zahlen
  5. Wenn Sie die Kriterien nicht erfüllen
  6. Häufige Fragen
  7. Quellen

Nicht routinemäßig. Spravato (Esketamin) steht nicht in Österreichs ambulantem Erstattungskodex (EKO), und das sollte man gleich zu Beginn klar sagen. Das Medikament ist zugelassen und wird bei therapieresistenter Depression tatsächlich eingesetzt, aber die öffentliche Finanzierung läuft durch zwei schmalere Türen: Die Spitalsfinanzierung zahlt die stationäre Behandlung, während die ambulante Behandlung eine Einzelfallbewilligung durch den chefärztlichen Dienst Ihrer Krankenkasse braucht. Diese Seite erklärt, wie beide Wege funktionieren, was Sie zahlen, wenn sich keiner öffnet, und wie ein Bewilligungsantrag die besten Chancen bekommt. Die Eignungsentscheidung selbst liegt immer bei einer Ärztin oder einem Arzt; unser Eignungscheck ist ein Einstieg.

Was übernommen wird

Spravato ist EMA-zugelassen für therapieresistente Depression, aber Österreich hat es nicht in die routinemäßige ambulante Erstattungsliste aufgenommen, sodass der Zugang zwei Finanzierungslogiken folgt:

  • Stationär: Werden Sie auf einer psychiatrischen Station behandelt, wird Esketamin wie der Rest Ihrer Versorgung über das System der Spitalsfinanzierung (LKF) getragen. Die Kostenübernahme ist Teil des Spitalsaufenthalts, und das psychiatrische Team des Spitals entscheidet, ob Esketamin in Ihren Plan gehört.
  • Ambulant: Außerhalb der Spitalsmauern entscheidet der chefärztliche Dienst Ihrer Krankenkasse im Einzelfall (chefärztliche Bewilligung), ob gezahlt wird. Bewilligungen kommen vor, sind aber nicht garantiert — weshalb viele österreichische Patientinnen und Patienten am Ende privat zahlen.

Wer die Kriterien erfüllt

Die klinischen Kriterien sind die EU-Zulassungskriterien: Erwachsene, deren aktuelle mittelgradige bis schwere depressive Episode auf mindestens zwei Antidepressiva nicht angesprochen hat, mit Esketamin eingenommen zusammen mit einem SSRI oder SNRI und angewendet unter direkter Aufsicht mit Nachbeobachtung. Für den ambulanten Finanzierungsweg entscheidet das Dossier Ihrer dokumentierten Behandlungsvorgeschichte — Substanz, Dosis, Dauer und Ergebnis für jedes in der aktuellen Episode ausprobierte Antidepressivum. Stellen Sie sie vor allem anderen zusammen.

Wer entscheidet und wie Sie vorgehen

Es gibt keinen einzelnen nationalen Türhüter; das Setting bestimmt, wer entscheidet. Für den Spitalsweg bitten Sie Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre psychiatrische Praxis um eine Zuweisung an eine psychiatrische Spitalsabteilung — in Wien ist die Spezialambulanz für therapieresistente Depression am AKH Wien, dem Universitätsklinikum der Medizinischen Universität Wien, die bekannteste spezialisierte Anlaufstelle. Für den ambulanten Weg reicht Ihre Psychiaterin oder Ihr Psychiater den chefärztlichen Antrag bei Ihrer Krankenkasse ein; selbst einreichen können Sie ihn nicht, sodass die Arbeitsbeziehung zu einer Psychiaterin oder einem Psychiater, die die Behandlung unterstützen, der eigentliche Ausgangspunkt ist. Das vollständige Bild aller legalen Wege bietet unser Österreich-Zugangsleitfaden; gelistete Ordinationen vergleichen Sie in der Anbieterübersicht für Österreich.

Was Sie zahlen

Wenn Sie gedeckt sind — stationär über die LKF oder ambulant mit Bewilligung —, wird die Behandlung innerhalb dieses Weges finanziert. Ohne Bewilligung veröffentlicht Wiens Privatmarkt seine Honorare: In der Ordination Dr. Buchmayer kostet ein Erstgespräch 400 EUR und eine Esketamin-Sitzung 150–250 EUR; bei PsyTherapie kostet eine Sitzung 350 EUR beziehungsweise 450 EUR kombiniert mit Psychotherapie. Da es sich um Wahlarztordinationen handelt, erstattet Ihre Krankenkasse einen Teil jeder Honorarnote — PsyTherapie nennt eine typische Erstattung von 80–110 EUR pro Sitzung. Verlangen Sie vor Beginn eine schriftliche Gesamtsumme pro Behandlungsserie und die genauen erstattungsfähigen Positionen; die Teilerstattung ist ein gesetzlicher Anspruch, kein Entgegenkommen.

Wenn Sie die Kriterien nicht erfüllen

In Österreich ist die sinnvolle Reihenfolge, zuerst den Einzelfallweg sauber auszuschöpfen und dann auf die Alternativen zurückzugreifen:

  • Stellen Sie den Antrag auf chefärztliche Bewilligung, bevor Sie sich auf Selbstzahlung festlegen. Ihre Psychiaterin oder Ihr Psychiater reicht ihn ein, und er steht und fällt mit Ihrer dokumentierten Behandlungsvorgeschichte. Eine Ablehnung kostet Sie nichts außer Zeit; eine Bewilligung verändert die Ökonomie der gesamten Behandlungsserie.
  • Denken Sie an die stationäre Tür. Wenn Ihre Situation eine stationäre Versorgung rechtfertigt, ist Esketamin im Rahmen eines Spitalsaufenthalts über die LKF gedeckt — eine Frage an das beurteilende Spitalsteam, kein Umgehungsmanöver, das man konstruiert.
  • Private Wahlarztordinationen sind die Selbstzahler-Rückfalloption zu den oben genannten Honoraren, abgefedert durch Teilerstattungen. Die Screening-Qualität schwankt — siehe unseren Leitfaden zur Klinikwahl.
  • Klinische Studien kosten Teilnehmende nichts. Rekrutierende österreichische Studien sind unter anderem eine Psilocybin-Studie zu Depression mit Anhedonie an der Medizinischen Universität Wien und die INTENSIFY-Studie mit einem Zentrum an der Medizinischen Universität Innsbruck — siehe den Studien-Leitfaden.

Häufige Fragen

Wird Spravato in Österreich erstattet?

Nicht routinemäßig. Es steht nicht im ambulanten Erstattungskodex (EKO). Stationär ist es über die Spitalsfinanzierung (LKF) gedeckt; ambulant braucht die Kostenübernahme eine chefärztliche Bewilligung Ihrer Krankenkasse im Einzelfall, und viele Patientinnen und Patienten zahlen privat.

Was ist eine chefärztliche Bewilligung, und wie bekomme ich sie?

Es ist die chefärztliche Genehmigung der Krankenkasse für eine Behandlung außerhalb der Routineerstattung. Ihre Psychiaterin oder Ihr Psychiater reicht sie ein, und sie steht und fällt mit Ihrer dokumentierten Behandlungsvorgeschichte — jedes in der aktuellen Episode ausprobierte Antidepressivum mit Dosis, Dauer und Ergebnis.

Was kostet private Esketamin-Behandlung in Wien?

Laut den veröffentlichten Honorarübersichten der Ordinationen: Erstgespräch 400 EUR und Sitzungen 150–250 EUR in der Ordination Dr. Buchmayer; 350 EUR pro Sitzung beziehungsweise 450 EUR mit Psychotherapie bei PsyTherapie — abzüglich einer typischen Wahlarzt-Erstattung von 80–110 EUR pro Sitzung.

Warum funktioniert Österreich so, während Deutschland einfach zahlt?

Deutschland hat Esketamin in ein zulassungsgeleitetes gesetzliches System eingeordnet; Österreich hat es aus dem routinemäßigen ambulanten Kodex herausgelassen, sodass die Finanzierung stattdessen über Spitalsfinanzierung und Einzelbewilligungen läuft. Den vollständigen Vergleich zeigt die europaweite Erstattungsübersicht.

Quellen

  1. EMA: Spravato (Esketamin) EPAR
  2. Blossom: Medizinischer Zugang in Österreich
  3. Gesundheit Österreich / PPRI — Arzneimittelpreisbildung und Erstattung in Österreich (2024)
  4. Psychedelic Alpha: Beyond Clinical Trials — psychedelic-assisted therapy in Europe's real world (01/2026)
  5. Reimbursement Pathways for Psychedelic Therapies in Europe — Magnetar Access × Blossom (2025)

Dieser Leitfaden dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Empfehlung einer Behandlung. Vorschriften und Erstattungsregeln ändern sich; prüfen Sie die aktuellen Anforderungen immer mit Ihrem Versicherer und besprechen Sie Ihre Optionen mit einer approbierten Ärztin oder einem approbierten Arzt, die Ihre Vorgeschichte kennen. In einer akuten Krise wenden Sie sich sofort an den örtlichen Notruf oder einen Krisendienst.

Dieser Leitfaden wartet auf die Prüfung durch eine approbierte Ärztin oder einen approbierten Arzt.

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